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Das autonome Nervensystem



eine Abbildung vom menschlichen Gehirn

Weil Sie auf meiner Website gelandet sind, könnte es sein, dass Sie oder Ihre Kinder vermutlich krank sind oder andere Beschwerden zu meistern haben, für die Sie bisher keine andere Lösung gefunden haben. Vielleicht waren Sie schon bei mehreren Ärzten oder Therapeuten, nehmen  Medikamente und doch kommen Sie nicht weiter. Weil Sie diese Seite angewählt haben, gehe ich davon aus, dass Sie neugierig sind und vielleicht etwas Neues lernen möchten. Darum erläutere ich Ihnen hier meine Ansicht über Krankheiten, Symptome und Beschwerden, die Ihnen hilft, Ihre Gesundheit von innen her zu stärken und zu festigen. Ich glaube, dass wahre Heilung und Gesundheit nur von innen her kommen kann. Kein Arzt oder Therapeut kann Sie heilen. Das können nur Sie selber. Wir Gesundheits-Fachpersonen können aber eine wertvolle Unterstützung, Entlastung und Begleitung auf Ihrem Weg der Heilwerdung sein, weil wir als Menschen von Natur aus systemisch aufgebaut sind. 


Wir sind nicht nur Teil eines sozialen Systems, auch unser Körper ist ein System. Ein System besteht aus vielen Einzelteilen, die zusammenarbeiten. Das faszinierende daran ist, dass ein System mehr ist, als die Summe aller Einzelteile. Wenn also ein Einzelteil nicht voll leistungsfähig ist, können es Ressourcen innerhalb des Systems kompensieren.


DAS AUTONOME NERVENSYSTEM Gesteuert wird unser Körper von unserem autonomen Nervensystem. Das autonome Nervensystem ist ein Teil unseres «Gehirns» das all die lebensnotwendigen Funktionen unseres Körpers steuert und reguliert, ohne dass wir darüber nachdenken müssen – eben autonom. 


Das sind zum Beispiel: der Herzschlag, die Atmung oder die Verdauung. Unter anderem regelt es aber auch unseren Energiehaushalt. Es hat etwas damit zu tun, wenn wir chronisch müde sind oder zappelig und nicht ruhig sitzen können. Es ist ebenfalls daran beteiligt, wenn wir entspannt in geselliger Runde sitzen und es gemeinsam lustig haben oder wenn wir uns schnell provozieren lassen und aggressiv werden oder ausrasten.Das autonome Nervensystem wird in zwei Teile unterteilt:


DER PARASYMPATHIKUS

Ihm unterliegen die Gefühle von Sicherheit und Verbundenheit. Wenn wir uns in diesem Zustand befinden, schlägt unser Herz regelmässig, wir atmen tief und voll, nehmen Gesichter von Freunden offen auf und können unser Gehör auf Gespräche konzentrieren und ablenkende Geräusche ausblenden. Ich könnte mich in diesem Zustand als glücklich, aktiv, interessiert und die Welt als sicher, amüsant und friedlich beschreiben. Ich bin dann organisiert, setze meine Pläne gänzlich um, sorge für mich selber, nehme mir Zeit für spielerische Aktivitäten, mache mit anderen Menschen gemeinsam Dinge, fühle mich bei der Arbeit produktiv und habe generell das Gefühl, mich in einem regulierten, strukturierten und geordneten Zustand zu befinden. Zu den positiven Auswirkungen dieses Zustandes auf die Gesundheit zählen ein gesundes Herz, ein regulierter Blutdruck, ein gut funktionierendes Immunsystem, welches die Anfälligkeit für Krankheiten mindert, eine gute Verdauung, ein erholsamer Schlaf und ein allgemeines Wohlgefühl.


DER SYMPATHIKUS

Dieser Teil des autonomen Nervensystems ist ebenfalls eine super Sache. Er ist zu vergleichen mit unserem inneren Wachhund. Er wird aktiviert, wenn wir einen Anflug von Unbehagen spüren, wenn uns etwas verunsichert. Dann hebt er den Kopf, spitzt die Ohren, schaut umher, springt vielleicht sogar auf und beginnt, wenn nötig, zu bellen, greift an oder rennt davon. In diesem Zustand beschleunigt sich unser Herzschlag, wir atmen kürzer und flacher und unsere Aufmerksamkeit wird in unsere Umgebung gezogen auf der Suche nach einem möglichen Konflikt. Ich würde mich in diesem Zustand als alarmiert, ängstlich, verunsichert, oder gar wütend beschreiben. 


Das passiert im Körper: In den Nebennieren wird Adrenalin ausgeschüttet. Über das Blut gelangt es zu den Zellen und informiert diese, alle anderen Funktionen einzustellen und in hohem Mass Zucker zu verbrennen um Energie frei zu setzen und in die Extremitäten zu leiten, damit ich die Kraft habe, die Situation zu handhaben, durchzustehen oder wegzulaufen. Diese Energie spüre ich in mir wie ein Kribbeln, eine Unruhe. Sie erschwert es mir, ruhig zu bleiben. Da die Energie zum Handeln im Aussenbereich des Körpers benutzt wird, werden die Funktionen in der Körpermitte runtergefahren. Die sind im Moment auch nicht wichtig. Die Verdauung beispielsweise kann dann nach der Bewältigung des Stressmomentes wieder aufgenommen werden. Oder auch das Immunsystem kann kurz mit seiner Weiter- und Nachbildung warten. 


Der Sympathikus aktiviert in mir also die Energie, mich den vielen an- und manchmal auch aufregenden Alltagssituationen zu stellen. 


In diesem Zustand können wir die Welt in geringerem oder grösserem Mass als gefährlich, chaotisch und unfreundlich empfinden. Wenn ich mich zu oft in diesem Zustand befinde, können folgende Probleme im Alltag auftreten: Angst, Panikattacken, Wut, Unfähigkeit, sich zu konzentrieren oder etwas zu Ende zu bringen, sowie Schwierigkeiten in Beziehungen. Gesundheitliche Auswirkungen können sein: Eine Herzerkrankung, Bluthochdruck, einen hohen Cholesterinspiegel, Schlafstörungen, Gewichtszunahme, Gedächtnisstörungen, Kopfschmerzen, chronische Verspannungen im Hals-, Schulter- und Rückenbereich, Magenprobleme und eine generell erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten.  


DER ALLTAG EINES GESUNDEN, BELASTBAREN AUTONOMEN NERVENSYSTEMS

Im «normalen» Alltag bewegt sich unser Lebensfluss zwischen den Ufern unserer Resilienzgrenzen. Als Resilienz wird die psychische Widerstandskraft bezeichnet. Also die Ufer, zwischen denen wir uns gut selber regulieren können. Innerhalb dieses Bereichs stehen uns Ressourcen zur Verfügung um unsere Herausforderungen zu meistern.


Wenn sich in einem gesunden und belastbaren autonomen Nervensystem der Sympathikus aktiviert, agieren oder reagieren wir, wodurch er sich entladen kann (wir wehren uns, fluchen, klopfen auf den Tisch, rufen aus, wir TUN etwas, wir müssen lachen, …). So wird das ausgeschüttete Adrenalin aufgebraucht. Während der Sympathikus wieder runterfährt, aktiviert sich der Parasympathikus. Nun können wir uns vom vorherigen Stress erholen und regenerieren. Unsere Zellen fahren die Zuckerverbrennung auf ein normales Mass zurück und nehmen ihre weiteren Funktionen, u.a. auch die Verdauung oder Instandhaltung des Immunsystems, wieder auf.

Also: ein gesundes, belastbares autonomes Nervensystem reguliert sich selber.

EIN ÜBERLASTETES AUTONOMES NERVENSYSTEM

Stehen wir jedoch ständig unter Stress, aktivieren wir permanent unseren Sympathikus. Ich rede hier nicht vom gesunden Eustress, der uns anspornt, etwas zu erreichen, unser Bestes zu geben, sondern vom ungesunden Disstress. Ein Stress also, der über lange Zeit (Wochen / Monate / Jahre) anhält und uns krank macht.

 

Dieser Disstress bringt irgendwann unser autonomes Nervensystem aus der Balance. Die Selbstregulierung ist dann eingeschränkt. Dieser Stress hält unseren Sympathikus ständig eingeschaltet. Das heisst, unser Körper steht permanent unter Strom (Adrenalin). Das brennt uns aus, ermüdet irgendwann die Nebennieren und lässt uns dann in Depression und Lethargie fallen.



In der Phase des überaktiven Sympathikus produzieren unsere Zellen fortwährend Energie, die sich meist nicht entladen kann und uns unruhig und unkonzentriert werden lässt. Wegen diesem Dauerstress finden die Zellen keine Zeit und Ruhe, ihren zugeteilten Funktionen adäquat nachzugehen. Die Zellteilung bleibt zurückgefahren. Reparaturen werden auf immer noch später verlegt. Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass unser Körper an seiner schwächsten oder belastetsten Stelle krank wird.

 

Mit einer Tablette können wir den Schmerz lindern oder die Entzündung hemmen. Es kann sogar chirurgisch «kaputtes» Gewebe entfernt werden. Doch - ist man dann wieder gesund und heil, wenn’s nicht mehr weh tut? Und was kommt als nächstes? Dabei finde ich die wichtigste Frage:

WARUM HABE ICH AN DIESER STELLE IM KÖRPER, ZU DIESER ZEIT IN MEINEM LEBEN, DIESE BESCHWERDEN BEKOMMEN?

 

Wie konnte es also dazu kommen? Welcher Stress, welcher Konflikt oder welches Trauma hat zu meinen Beschwerden geführt?

 

Und was kann ich im JETZT ändern, um diese Stresssituation zu mildern oder zu bewältigen?

 

Was will ich in meinem Leben ändern? Was tut mir gut? Was stärkt mich? Was bringt meine Lebensfreude zurück?

Durch das Bewältigen von Stresssituationen und durch den Aufbau von Ressourcen, kann die Resilienzgrenze weiter gesteckt werden. Das schenkt uns einen grösseren Spielraum, mehr Widerstandskraft und eine höhere Belastbarkeit.



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