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  • Konzentrationsschwierigkeiten, lässt sich leicht ablenken

  • Hyperaktivität (ADHS), hat Schwierigkeiten ruhig sitzen zu bleiben

  • Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten

  • Unleserliche Schrift, verkrampfte Stifthaltung, Umgang mit Messer und Gabel eher ungeschickt

  • Schwierigkeiten bei der Impulskontrolle

  • Koordinations- und Gleichgewichtsprobleme

  • Motorische Schwäche (Fein- und Grobmotorik)

  • Bettnässen über das Alter von 5 Jahren und/oder häufiges Wasserlassen, zusätzliche motorische Unruhe beim Sitzen

  • Ist häufig krank, Allergien

  • Wirkt unsicher, wenig Selbstwertgefühl

  • „Tolpatschiges“ Verhalten

  • sitzt im Zwischenfersensitz bzw. W-Sitz

  • Etc...

DURCH EINE GEZIELTE REFLEXINTEGRATION KÖNNEN VIELE DIESER PROBLEME GELINDERT WERDEN ODER VERSCHWINDEN SOGAR GANZ.
 


MÖGLICHE ANZEICHEN, DIE SIE BEI IHREM KIND FESTSTELLEN KÖNNEN, WENN NOCH FRÜHKINDLICHE REFLEXE AKTIV ODER RESTAKTIV SIND:

Logo auf der Seite von KINFLEX-kinesiologische Reflextherapie

Mit der KinFlex® kinesiologische Reflextherapie werden sowohl körperliche als auch emotionale Symptome entstresst und zentriert.

 

Die Reflextherapie kombiniert Kinesiologie, Wahrnehmungsübungen, sowie einfach Bewegungsübungen zu einer effektiven und schnellen Therapie, ohne zusätzliche Übungen zu Hause.

Der Fokus von KinFlex® zielt darauf ab, die Selbstheilungskräfte zu aktivieren, den Köper zu balancieren und die Reflexe zu entstressen, um ein besseres Körpergefühl zu erreichen.

Mit dem Fragebogen haben Sie die Möglichkeit, Hinweise darüber zu erhalten, ob die Probleme auf persistierende (restaktive) frühkindliche Reflexe zurückgeführt werden können. Bei mindestens 5 Ja-Antworten lohnt es sich, einen Termin zu vereinbaren.

Ich werde den Fragebogen auswerten und mich per Email bei Ihnen melden.

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KinFlex® – Kinesiologische Reflextherapie


WAS SIND FRÜHKINDLICHE REFLEXE?
 
Frühkindliche Reflexe lösen unsere ersten Bewegungen im Mutterleib durch äussere Reize aus. Sie sind unwillkürlich, automatisch und bei jedem Menschen gleich. Reflexbewegungen unterstützen bereits im Embryonalalter das Wachstum, die Nerven- und Muskelentwicklung und später auch den Geburtsvorgang. In den späteren Lebensmonaten sind Reflexe massgeblich am Aufrichtungsprozess beteiligt.
 
Hand in Hand mit den Reflexen entwickeln sich Sehen, Hören, Fühlen, Denken, Handeln, Gleichgewicht, Koordination und Wahrnehmung. Spätestens nach dreieinhalb Jahren sollten alle frühkindlichen Reflexe im System integriert sein. Denn erst dann werden Bewegungen  willentlich ausgeführt und sind nicht die Antwort auf einen äusseren Reiz.

Dieser Reifungs- und Integrationsprozess kann durch äussere Faktoren vor, während und auch nach der Geburt gestört werden.
 

Hier finden Sie eine Übersicht der häufigsten Fragen

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Jeder frühkindliche Reflex hat seine Aufgabe, und wenn noch eine Restaktivität vorhanden ist, raubt dies Energie.

Das Gute daran ist, dass wir die Reflexe auch im Nachhinein harmonisieren können.

Das gilt übrigens nicht nur für Kinder, sondern auch viele Erwachsene haben nicht alle Reflexe vollständig integriert.

  • Es gibt knapp 20 frühkindliche bzw. primitive Reflexe. Für das Reflexintegrationstraining sind besonders die Reflexe von Bedeutung, die Auswirkungen auf das Lernen und die Motorik haben: Denn hier ist der positive Effekt bei Lernproblemen, Schulproblemen und ADHS Symptomen bei Kindern am größten.

     

    Übersicht der Reflexe – Auswirkungen bei Nichtintegration

     

    In der nachfolgenden Übersicht stelle ich die Reflexe und die Auswirkungen vor, wenn ein Reflex nicht integriert ist.
    Das gilt übrigens nicht nur für Kinder, auch bei vielen Erwachsenen sind nicht alle Reflexe integriert.

     

    Furcht-Lähmung-Reflex FLR

    Der FLR sorgt für angemessenen Umgang mit Stress-/ Schrecksituationen.
    Betroffene Kinder haben ihre Schultern oft hochgezogen, sind schüchtern, hochsensibel und ängstlich. Sie erstarren in Schrecksituationen.
    Treffen sie auf viele Menschen, bedeutet dies Stress für sie. Sie zeigen eine schlaffe Körperhaltung mit schlechter Koordination und Gleichgewicht. Emotional zeigt sich das Persistieren dieses Reflexes durch Trennungsängste, Schulängste oder Schwierigkeiten, Gefühle zu zeigen bzw. zu äußern.

     

    Moro-Reflex

    Der Moro zeigt sich vor allem im sozial-emotionalen Verhalten.
    Die Kinder reagieren oft übersensibel mit Wut- und Tränenausbrüchen. Betroffene Kinder haben Schwierigkeiten, Zuneigung zu zeigen und anzunehmen. Sie haben Probleme in der Kontaktaufnahme, reagieren oft nicht der Situation angemessen und sträuben sich gegen Veränderungen und neue Situationen. Sie zeigen Stimmungsschwankungen, können sich schlecht anpassen und spielen nicht gerne mit anderen Kindern.
    Sie ertragen schlecht Kritik, Wettbewerb, Streit und Stress. Es besteht eine Überempfindlichkeit der Sinne, besonders der Augen bei Helligkeit.
    Je älter ein Mensch ist, dessen Moro Reflex noch andauert, desto mehr neigt er zu depressiven und ängstlichen Verhalten, zeigt ein geringes Selbstbewusstsein und mangelnde Kritikfähiglkeit. Vermehrt zeigen sich Panikattacken und Angstneurosen.

     

    Orientierungsreflex POR

    Dieser Reflex zeigt sich in mangelndes Selbstwertgefühl, Schwierigkeiten Informationen im Langzeitgedächtnis zu speichern, Motivationslosigkeit durch Reizüberflutung, Gefühl von innerer Leere, Aufmerksamkeitsdefizite, Ablenkung durch einen einzigen Reiz lässt alles andere an Reizen ausblenden, erhöhte Sensibilität, Absinken der Wahrnehmungsschwellen für auditive und visuelle Reize, Pupillenerweiterung, allg. Veränderungen der Muskulatur, momentan ablaufende Handlungen werden eingestellt, Steigerung des Muskeltonus.

     

    Bonding-Reflex

    Der Bonding-Reflex ist der emotionale Abschluss der Geburt, der Herzschlag der Mutter entspannt, beruhigt, sorgt für die Bindung und emotionale Beziehung.
    Kinder mit nicht integriertem Bonding sind ängstlich, wollen nicht alleine sein, brauchen viel Zuspruch und Aufmerksamkeit. Sie provozieren gerne, sind nachtragend, oft der Familienclown und kommen mit Autoritätspersonen nicht zurecht.
    Sie haben Angst zu versagen.

     

    Landau-Reflex

    Kinder mit nicht integriertem Landau-Reflex haben oft Schwierigkeiten bei der Koordination von Ober- und Unterkörper. Sie zeigen häufig eine steife Körperhaltung, eine generell eher schlechte Haltung und haben kaum Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit. Dies zeigt sich besonders bei Problemen beim Erlernen des Brustschwimmens.

     

    Tonischer Labyrinthreflex, TLR vorwärts

    Diese Kinder setzen sich bei jeder Gelegenheit auf den Boden oder lehnen sich an. Stehen ist anstrengend, sie haben eine schlechte Körperhaltung und einen runden Rücken. Sie stabilisieren sich, indem sie die Arme verschränken oder die Daumen in die Gürtelschlaufen schieben.
    Schulisch fallen sie auf, da sie häufig Buchstaben verdrehen, in Spiegelschrift schreiben und auch Schwierigkeiten haben, von der Tafel abzuschreiben. Außerdem ist eine schlechte Zeitwahrnehmung und Ordnungsfähigkeit auffällig. Diese Kinder haben Mühe, grammatikalische Strukturen zu erkennen

     

    Tonischer Labyrinthreflex, TLR rückwärts

    Betroffene Kinder bewegen sich steif, gehen oft auf Zehenspitzen oder krallen ihre Zehen beim Gehen ein. Sie haben Schwierigkeiten beim Einschätzen von Raum, Tiefe, Entfernung und Geschwindigkeit. Sie sind ständig in Bewegung, um das Gleichgewicht zu halten. Es fällt Ihnen schwer, sich zu organisieren, z.B. aufzuräumen, haben ein schlechtes Zeitgefühl, sind vergesslich. Auch Schwierigkeiten beim Abschreiben von der Tafel oder das Verdrehen von Buchstaben sind häufig erkennbar.

     

    Symmetrisch Tonischer Nackenstellreflex, STNR

    Kinder mit persistierendem STNR sind häufig nicht gekrabbelt, sondern gleich aufgestanden und gelaufen. Sie zeigen sich motorisch ungeschickt, kleckern vermehrt beim Essen. Das Erlernen des Schwimmens ist für sie erschwert, da die Koordination der Arme und Beine nicht gut gelingt.
    Auch eine mangelnde Auge-Hand-Kopf-Koordination ist zu beobachten.

    Sie haben häufig Probleme mit dem Abschreiben von der Tafel, da das Kind dabei ständig den Kopf heben und senken muss. Bei einem noch persistierenden Reflex führt jede Kopfbewegung nach oben oder unten zu einer reflexartigen Haltungsveränderung. Dies wird vom Kind unterdrückt, was aber viel Energie kostet (die so nicht mehr für Aufmerksamkeit und Lernen zur Verfügung steht) und zusätzlich zu Verkrampfungen in Armen und Händen führt.
    Diese Kinder lümmeln am Tisch, sitzen gerne auf einem oder beiden Beinen oder wickeln die Füße um die Stuhlbeine. Die Kinder malen und schreiben lieber halb auf dem Tisch liegend.

    Häufig zeigen sie auch Schwierigkeiten beim Hüpfen und Springen. Ihre mündliche Leistung ist besser als die schriftliche.

    Studien besagen, dass bei 75% der Kinder mit Lernstörungen, der STNR noch aktiv ist.

     

    Asymmetrischer Tonischer Nackenstellreflex, ATNR

    Betroffene Kinder haben oftmals spät Laufen gelernt, da sie Gleichgewichtsprobleme haben. Außerdem sind sie in ihrer grob- und feinmotorischen Entwicklung auffällig. Dieser Reflex hat Einfuss darauf, ob jemand Rechts- oder Linkshänder oder auch Beidhänder wird.
    Diese Kinder lesen und schreiben nicht gerne, und ihre Rechtschreibung ist fehlerhaft. Beim Schreiben ohne Linien fallen die Zeilen nach rechts oder linlks ab. Sie drehen oft das Heft beim Schreiben, vertauschen Buchstaben oder lassen sie aus. Häufig üben sie auch zu viel Druck auf den Stift aus.
    Alle Überkreuzbewegungen sind erschwert. Schauen sie beim Fahrradfahren nach rechts, fahren sie auch nach rechts.
    Häufig fällt auch auf, dass geschmeidige Augenbewegungen nicht möglich sind.

     

    Amphibien-Reflex

    Kinder, bei denen der Amphibien-Reflex nicht entwickelt ist, sind häufig nicht gekrabbelt und hatten als Kleinkind Probleme sich zu rollen.

     

    Spinaler Galant

    Diese Kinder können nicht stillsitzen, bewegen sich mit einseitiger Hüftrotation, sind hyperaktiv und haben einen unruhigen Schlaf. Mangelnde Blasenkontrolle, Bettnässen bis nach dem 5. Lebensjahr und Verdauungsstörungen können auftreten.
    Die Kinder sind überempfindlich am Rücken und mögen keine enge Kleidung oder Gürtel, die Schildchen müssen aus der Kleidung herausgeschnitten werden. Fehlhaltungen, Skoliose und ein schiefer Gang sind möglich.

     

    Spinaler Perez

    Diese Kinder liegen nicht gerne auf dem Rücken, zeigen mangelnde Blasenkontrolle und Verdauungsstörungen. Oftmals haben sie Probleme mit Bettnässen über das Alter von 5 Jahren hinaus. Sie zeigen häufig einen schlechten Muskeltonus, haben oft ein schlechtes Kurzzeitgedächtnis und haben Schwierigkeiten logisch und abstrakt zu denken. Auch reagieren sie häufig überempfindlich auf auditive oder kinästhetische Reize.

     

    Babinski-Reflex

    Dieser Reflex zeigt sich durch Löcher im Socken am großen Zeh, Halux Valgus und Fersensporn,Betroffene Kinder zeigen Verschleissspuren am Schuh, Gleichgewichtsprobleme, verzögerte Sprachentwicklung und spätes Laufenlernen.

     

    Palmar-Reflex

    Der Palmar-Reflex steht in engem Zusammenhang mit dem Saugreflex. Er zeigt sich bei den betroffenen Kindern durch Zähneknirschen, unwillkürliche Zungenbewegungen und undeutliches Sprechen. Eine schlechte Handschrift, mangelnde Stifthaltung und Feinmotorik mit Mundmitbewegung werden häufig beobachtet.

     

    Babkin-Reflex

    Dieser Reflex ist wichtig für die Sprachentwicklung, die Koordination von Hand und Mund, die Entwicklung der Gesichtsmimik
    Bei den Kindern zeigen sich schmerzhafte Verspannungen in Nacken- und Brustmuskulatur, schwache Handmuskulatur => Schwierigkeiten in der Feinmotorik, verkrampfte Stifthaltung, beeinträchtigte Kommunikationsfähigkeiten, all dies können Anzeichen eines Persistieren des Reflexes sein.

     

    Plantar-Reflex (Fuß-Greifreflex)

    Anzeichen für ein Persitieren des Reflexes können die Bildung von Hühneraugen und/oder Hammerzehen sein. Betroffenen Kinder zeigen ein umständliches Anziehen von Strümpfen und Schuhen, Zehenspitzengang, “wackelige” Füße, schlechte Handschrift, mangelnde Feinmotorik, Zähneknirschen

     

    Saugreflex

    Dieser Reflex zeigt sich durch Probleme mit der ersten Nahrungsaufnahme, das Essen wird mit der Zunge wieder aus dem Mund herausgeschoben. Schluckbeschwerden, sabbern und fehlender Mundschluss. Bei diesen Kindern ist später oft eine Gebisskorrektur mit einer Zahnspange nötig. Sie sind hypersensibel im Lippen- und Mundbereich. Ständiges Kauen oder Lecken an Gegenständen (Pullover, Jacken, Bleistifte usw.) undeutliche Aussprache, Artikulationsprobleme (z.B. Lispeln) zeigen ein mögliches Persistieren des Reflexes an.

     

    Hochziehreflex

    Dieser Reflex ist zuständig für die Hand/Mund Koordination und Propriozeption (= die Wahrnehmung des eigenen Körpers über dessen Lage im Raum, den Stellungen von Kopf, Rumpf und Gliedmaßen zueinander sowie deren Veränderungen als Bewegungen mitsamt dem Empfinden für Schwere, Spannung, Kraft und Geschwindigkeit). Bei zu starkem Aufdrücken auf dem Papier, eine verkrampfte Stifthaltung, Konzentrationsprobleme speziell beim Schreiben (LRS), Mundbewegungen beim Schreiben ist an ein Persistieren des Reflexes zu denken.

     

    Greifreflex

    Dieser Reflex arbeitet zusammen mit dem Hochziehreflex und hat die Aufgabe der Entwicklung von Fein- und Grobmotorik der Hand, Unterscheidung von rechts und links, Hand-Mund- und Mund-Fuß-Koordination. Pinzettengriff. Wenn das Kind die Pullover- oder Jackenärmel in die Hände zieht und sie festhält, nichts loslassen und damit nichts aufnehmen kann, ist an ein Persistieren dieses Reflexes zu denken.

  • Sie sichern das Überleben des unselbständigen Säuglings, der seine Bewegungen und Aktionen noch nicht willentlich selbst initiieren und steuern kann. Überwiegend sorgen die frühkindlichen/primitiven Reflexe für die Nahrungssuche, Nahrungsaufnahme und den Selbstschutz.

    Frühkindliche Reflexe sind ein essentieller Bestandteil für eine ausbalancierte Entwicklung. Auch das Gehör mit dem Gleichgewichtssinn, die visuelle Wahrnehmung, Sprache, Koordination und Motorik entwickeln sich mit Hilfe der frühkindlichen Reflexe.

    Das Gehirn ist zum Zeitpunkt der Geburt noch nicht ausreichend vernetzt, um die Bewegungen willentlich zu steuern. Die Fähigkeit dazu entwickelt sich erst nach und nach. Dabei helfen die frühkindlichen Reflexe.

    Nach der Geburt kann das Baby schreien, um auf sich aufmerksam zu machen, weiss aber noch nicht, wie es das Problem, welches das Unwohlsein auslöst, selbst lösen kann. Bei Durst kann es bis zu einem gewissen Alter noch nicht selbständig nach der Flasche greifen – selbst dann nicht, wenn sie direkt vor ihm steht. Es kann die logische Schlussfolgerung – Flasche bedeutet, den Durst stillen zu können – noch nicht herstellen.

    Ohne, dass wir es unserem Säugling beigebracht haben, schluckt er automatisch die Nahrung, die seinen Mund im Inneren berührt. Genauso selbständig umklammert er fest unseren Finger mit der Faust, wenn wir die Innenfläche seiner Hand berühren. Streichen wir sanft über seine Wange, dreht er sofort den Kopf in diese Richtung. Das sind alles Reflexe und der Säugling denkt über diese Bewegungsreaktionen nicht nach.

    Nach und nach erweitert das Baby sein Bewegungsrepertoire – alles mit Hilfe von Reflexen. Frühkindliche Reflexe sind super!

  • Einige Reflexe, so wie der Saugreflex und der Moro Reflex entstehen im Bauch der Mutter. Andere wiederum können sich dann erst richtig entwickeln, wenn ein Reflex der vorherigen Entwicklungsstufe ausreichend lange aktiv war – bis die entsprechende Reifung im Gehirn stattgefunden hat – und dann verschwunden ist, sich also integriert hat. Das passiert nur, wenn es keine Störungen in der Entwicklung gibt.

  • Es ist wahnsinnig spannend und faszinierend, wie die Natur dafür sorgt, dass Säuglinge trotz ihres noch völlig unterentwickelten Gehirns überlebensfähig sind. Die frühkindlichen Reflexe sichern also das Überleben des Säuglings.

  • Die Reflexe sind alle in uns angelegt, doch noch nicht gleichzeitig bei der Geburt alle aktiv. Ist ein Kind zu früh geboren, ist der Saugreflex meist noch nicht ausreichend entwickelt, sodass der Säugling bis ungefähr zur 34/36. Schwangerschaftswoche zusätzlich per Sonde ernährt werden muss.

  • Ja, es gibt eine Vielzahl von Reflexen. Man unterscheidet zwischen angeborenen Reflexen, konditionierten Reflexen, Stellreflexen, koordinierten Reflexbewegungen und frühkindlichen oder primitiven Reflexen.

    Eigenreflexe sind wichtig für die Körperhaltung und –bewegung, wie zum Beispiel der Patellarsehnenreflex.

    Fremdreflexe haben zum Grossteil die Aufgabe den Körper zu schützen.

  • Ein Reflex verschwindet, wenn er ausreichend häufig und intensiv stimuliert wurde. Diese Stimulation, die als Reiz wahrgenommen wird, wird entweder über das Gleichgewichtsorgan (Lage-Sinn) oder über die Hautrezeptoren an bestimmte Hirnareale weitergeleitet. Kommt diese Information im Gehirn an, wird der Reflex automatisch ausgelöst.

    Ist das oft genug passiert, hat das Gehirn entsprechende Verknüpfungen gebildet – es ist gereift und der Reflex wird dann nicht mehr benötigt, sodass er unterdrückt bzw. integriert wird.

  • Entweder der Reflex wurde von vornherein nicht stark genug ausgebildet oder er wurde nicht oft genug stimuliert. Sprich, wurde der Reflex nicht oft genug ausgelöst, konnten sich die entsprechenden Verknüpfungen im Gehirn nicht bilden.

    Das Gehirn ist dann nicht reif genug und behält die willkürlichen Handlungen, bzw. Teile von ihnen (= Restmuskelreaktionen) bei. Deshalb sagt man auch, dass die Reflexintegration für eine Nachreifung des Gehirns sorgt.

  • In jeder Entwicklungsstufe gibt es andere Faktoren, die sich hinderlich auf die Reifung und Hemmung / Integration der frühkindlichen Reflexe auswirken können.

    So beeinflussen grosser Stress oder Krankheit während der Schwangerschaft bereits die Reflexe, die sich intrauterin (innerhalb der Gebärmutter) entwickeln. Durch grossen Stress während der Schwangerschaft erhöht sich die Spannung der Bauchdecke der Mutter. Das nimmt der Embryo wahr und verfällt ebenso in eine Anspannungshaltung. In dieser Anspannung hält er sich fest, bewegt sich im Bauch viel weniger und dadurch verzögert sich die reflektorische Entwicklung, weil schon hier die nötigen Bewegungsreize fehlen.

    Ein ganz entscheidender Meilenstein für die Entwicklung des Asymmetrisch Tonischen Nackenreflexes (ATNR) und des Spinalen Galant Reflexes ist der natürliche Geburtsvorgang. Beide Reflexe entwickeln sich intrauterin, haben ihren Höhepunkt bei der Geburt und integrieren sich während der ersten Lebensmonate. Die motorische Stimulation während der Geburt ist entscheidend für die Ausreifung des Asymmetrischen Tonischen Nackenreflexes und des Spinalen Galant Reflexes.

    Hat diese Stimulation zum Beispiel durch eine Kaiserschnittgeburt nicht in ausreichendem Masse stattgefunden, ergeben sich daraus weitreichende Folgen: „Wenn sich die frühkindlichen Reflexe während der Schwangerschaft, Geburt oder im ersten Lebensjahr nicht richtig entfalten können und nicht richtig integriert werden, verschwinden sie nicht. Sie haben ihre Aufgabe nicht erfüllt. Dann läuft auch die damit verbundene neuronale Entwicklung nicht optimal ab“. (Siehe auch Beitrag zu Reflexintegration und ADHS von Antonia Wilhelm auf Jameda – dem Ärtze und Patientenportal).

    Im weiteren Verlauf der Entwicklung wirkt es sich negativ auf die Reflextätigkeit aus, wenn ein Kind zum Beispiel überwiegend auf dem Rücken liegt oder viel in Babyschalen oder Babywippen liegt. In diesen Gerätschaften ist es dem Baby unmöglich, sich selbständig zu drehen und es kann nur seine Arme und Beine bewegen. Es ist zu stark in seiner freien Bewegungsfähigkeit eingeschränkt.

    Das Liegen auf dem Bauch ist für die Entwicklung des Landau Reflexes zum Beispiel sehr wichtig. Aus verschiedenen Gründen kann es sein, dass Kinder die Krabbelphase überspringen. Das wirkt sich auf die Entwicklung des Symmetrisch Tonischen Nackenreflexes und der damit verbundenen Fähigkeiten aus.

  • Die Forschung zur Reflextherapie mit Lern- und Entwicklungsproblemen bei Kindern hat ihren Ursprung in den 1970er Jahren: 1975 wurde das „Institute for Neuro-Physiological-Psychology“ von Dr. Peter Blythe in Chester, England, gegründet. Zusammen mit seiner Frau Sally Goddart-Blythe forschte er intensiv an den Zusammenhängen zwischen Lern- und Entwicklungsproblemen und dem Fortbestehen von Restmuskelbewegungen der frühkindlichen Reflexe. Diese Forschung kann als wissenschaftlicher Ursprung der Reflextherapie betrachtet werden. Autoren wie Vojta, Bobath, die Russinnen Akhmatova und Masgutova, Campbell, Pfeiffer-Meisel sowie Sacher und Michaelis haben die Auswirkungen von persistierenden frühkindlichen Reflexen beschrieben und die Reflexe wissenschaftlich untersucht. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie halten eine zeitgerechte motorische Entwicklung für die Voraussetzung der gesunden Gesamtentwicklung des Kindes. 

    Auf dieser Grundlage entwickelten sich alle weiteren Methoden. 

  • Es ist zwar immer wieder von „noch aktiven Reflexen“ die Rede, doch handelt es sich dabei immer um eine Restmuskelreaktion. Denn entweder der Reflex ist nicht ganz unterdrückt / integriert worden oder er hat sich nicht vollständig entwickeln können. Wäre der Reflex noch vollständig aktiv, ist dies pathologisch und das Kind hätte z.B. bei einem noch aktiven Fußgreifreflex NIE das Laufen lernen können.

    Sogenannte Restmuskelreaktionen eines Reflexes äußern sich durch verschiedenste Merkmale, auf die ich in den Fragen zu den wichtigsten frühkindlichen Reflexen in Bezug auf Lernschwierigkeiten und Schulproblemen genauer eingehe.

    Ich bitte dich, dir das bewusst zu machen, denn es bedeutet, dass dein Kind für Vieles „gar nichts kann“. Es ist so, als würden wir mit der angezogener Handbremse fahren.

    Es geht dabei vor allem darum, dir und deinem Kind Druck zu nehmen und eure Beziehung zu schützen. Ja, vielleicht tut dein Kind gewisse Dinge nicht, weil es keine Lust dazu hat oder faul ist. 

    Das kannst du herausfinden. Sind bei ihm allerdings noch mehrere frühkindliche Reflexe aktiv, dann könnte auch das sein Verhalten erklären.

  • Natürlich gibt es selten einen einzigen Grund für entwicklungsbedingte Abweichungen von der Norm, doch bilden der Tonische Labyrinth Reflex (rückwärts) und der Such- und Saugreflex die Grundlage für eine deutliche Artikulation. Insofern können Reflexintegration Übungen eine undeutliche Sprache verbessern.

  • Da die Reflextherapie dabei hilft, eine „Nachreifung“ des Gehirns anzuregen, wirkt sie sich auch positiv auf Menschen mit körperlichen Einschränkungen aus. Ebenso wurden auch positive Effekte im Bezug auf Autismus und ADHS beobachtet. 

  • Es gibt mehrere Studien, die eine Besserung der ADHS oder ADS Symptome durch Reflexintegration belegen. So auch diese:
    „Am Bender-Institut fanden Wissenschaftler (O’Dell und Cook, 1996) heraus, dass ein fortbestehender Symmetrischer Tonischer Nackenreflex ein signifikanter Faktor bei Kindern mit ADHS und ADS war. Beide Gruppen machten große Fortschritte nach einem spezifischen Bewegungsprogramm zur Hemmung des STNR.“ (Goddard Blythe, „Greifen und BeGreifen“ 2016, S. 55)

    Dennoch ist ADHS oder ADS ein komplexes Krankheitsbild und so fand Prof. Dr. med. Karl Heinz Brisch heraus, dass ein Zusammenhang zwischen Bindungsthemen (Verursacht z.B. durch eine schwere Geburt, Stress in der Schwangerschaft, usw.) und AD(H)S besteht. So sagt er, dass fast jedes Kind mit einer AD(H)S Diagnose eine Bindungsstörung zeigt, jedoch nicht jedes Kind mit einer Bindungsstörung automatisch eine AD(H)S Diagnose vorliegen hat.

    Eine Bindungsstörung entsteht übrigens nicht ausschließlich, weil Kinder von ihren Eltern vernachlässigt werden, wie bereits oben erwähnt. Auch dafür kann es vielfältige Gründe geben und es ist ganz wichtig, mit diesem sensiblen Thema ohne Schuldzuweisungen umzugehen.

    Um die Eingangsfrage zu beantworten: Ja, Reflextherapie kann helfen bei ADHS und ADS Symptomen, doch entsteht eine AD(H)S Erkrankung nicht ausschließlich, WEIL noch frühkindliche Reflexe aktiv sind. 

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